Bekannte persönlichkeiten


​​​​​​​Das Land macht die Menschen groß, und die Menschen machen das Land groß. Ein ziemlich kleines Gebiet wie das Gebiet von Vodnjan hat uns bedeutende Namen in verschiedenen Tätigkeitsbereichen gegeben. Erinnern wir uns an einige von ihnen.


​​​​​​​Antonio Smareglia
(Pula 1854 - Grado 1929) war ein bekannter Komponist, dessen Vater Vodnjaner Wurzeln hatte. Die Einwohner von Vodnjan erinnern sich gern an ihn, weil er in der Oper Istrische Hochzeit (Nozze istriane) die Folklore, Bräuche, Traditionen und die autochthone Mundart von Vodnjan verewigt hat. Während seines Aufenthalts in Vodnjan, ab 1894, schuf Smareglia in Zusammenarbeit mit Luigi Illica dieses berühmte lyrische Drama in drei Akten. Die istrische Hochzeit ist seine meistgespielte Oper mit berühmten Figuren wie z.B. Marussa, Bara Menico, Biagio, Lorenzo und Nicola. Nach seiner Rückkehr nach Triest widmete er sich der Schaffung einer neuen Richtung namens „Poesietheater“. Obwohl seine Ideen das italienische Publikum nicht immer ansprachen, schuf er dort einige seiner besten Werke, und zwar blind. Er diktierte seine Partituren seinen Söhnen und Schülern und arbeitete mit Großen wie z.B. Toscanini, Lehár, Strauss und James Joyce zusammen.


​​​​​​​Pietro Marchesi
(Vodnjan 1862 – 1929) war einer der bedeutenden Einwohner von Vodnjan, ein Industrieller seiner Zeit und der Gründer einer lokalen Stromversorgungsfirma. Er galt als Pionier mechanischer Produktionsmaschinen, mit denen er Mühlen, Ölmühlen, eine Brennerei, eine Essig- und Teigwarenfabrik ausrüstete. Er führte die ersten dampfbetriebenen Maschinen zum Dreschen und Mahlen von Getreide und eine Olivenpresse ein, die er 1883 elektrisch betrieb. 1889 war er der Erste in Istrien, der die Häuser in Vodnjan mit Strom versorgte. Abgesehen von seinen industriellen Innovationen war Marchesi auch Maler, Musiker und Schriftsteller. Bekannt sind seine Landschaften, Yachthäfen, Porträts und Altarbilder von großem künstlerischem Wert. Er hat nämlich für seinen Freund Smareglia die Szenografie für die Oper Die istrische Hochzeit geschaffen.


​​​​​​​Erminio Vojvoda
(Vodnjan 1902. – Pula 1991.) war der bedeutendste Schuster von Vodnjan. Sein Name war nicht nur in Vodnjan und Istrien bekannt, denn abgesehen von den Einwohnern von Vodnjan, die seine Schuhe trugen, trugen sie auch die Damen und Herren in ganz Europa. Dieser Handwerker war ein berühmter Schöpfer vieler hochmodischer Modelle der damaligen Zeit. Seine Skizzen und Entwürfe sind in den wichtigsten europäischen Modezeitschriften zu finden, die in Paris, London, Wien und Mailand erschienen. Heute sind im Ökomuseum Istrian de Dignan auf dem Volksplatz in Vodnjan Spuren seines Lebens zu finden - Werkzeuge, Formen, Entwürfe, Schuhe, Gemälde, Gedenktafeln und Zeitschriften. Er war nicht nur ein Meister seines Fachs, sondern auch ein Meister seines Hobbys – des Radfahrens, so dass wir seinen Namen auf dem Pokal für den Gewinner des ersten istrischen Radrennens finden können – Giro Ciclistico dell’Istria meridionale.

Venerio Trevisan 1797. –1871. - Weber und Tapezierer, der die Kirchen von Dignano bemalte
Venerio Trevisan wurde in Vodnjan geboren und stammte aus einer Weberfamilie. Zunächst erlernte er das Handwerk des Webers und Tapezierers, doch das Leben brachte ihn zur Kunst. Er studierte Malerei bei Gaetano Grezler, einem Maler aus Verona, der 1818 nach Vodnjan kam, um die neue Pfarrkirche zu bemalen. Unter seiner Anleitung begann Trevisan seinen künstlerischen Weg.
Seinen ersten bedeutenden Auftrag bekam er 1826 – die Restaurierung des Altarbildes der hl. Anna. Von da an bis in die 1860er Jahre schuf er zahlreiche sakrale Werke, vor allem für Kirchen in Istrien. Die meisten Gemälde malte er für die Kirchen in seiner Heimatstadt Vodnjan, wo sich noch heute seine bekanntesten Werke befinden: Hl. Philomena (1841), der Zyklus des Kreuzwegs (1842), Die Schlüsselübergabe an den hl. Petrus (1843), Die Taufe Christi, Die Unbefleckte Empfängnis und Die Heiligste Dreifaltigkeit.
Seine Arbeiten finden sich auch im Franziskanerkloster in Pazin (z. B. Das letzte Abendmahl, 1837), in der Pfarrkirche von Rovinj (Die Heiligste Dreifaltigkeit mit Heiligen) sowie in den Kirchen von Marčana, Krnica, Hreljići und Canfanar.
Trotz technischer Unvollkommenheiten zeichnen sich Trevisans Porträts durch eine ausdrucksstarke Charakterisierung aus. Porträt des Kanonikus Giovanni Tromba (1846) und Porträt von Don Pasquale del Caro (1852) sind typische biedermeierliche Bürgerporträts – etwas naiv, aber reich an Details und humorvollen Beobachtungen. Sein Werk stellt eine interessante Verbindung von lokaler Tradition, religiöser Auftragskunst und seiner persönlichen stilistischen Entwicklung dar.

Bartolomeo Biasoletto (1793–1858.), Apotheker, Botaniker und Gründer des Botanischen Gartens von Triest,
Im Gegensatz zu Trevisan zeichnete sich Biasoletto in der Wissenschaft aus. Er erhielt seine Ausbildung in Vodnjan, Krk und Wien und begann seine Laufbahn als Apotheker. Er arbeitete in Vodnjan, Rijeka, Triest und im österreichischen Wels. Ein Wendepunkt in seinem Leben war der Tod des Besitzers der angesehenen Triester Apotheke Orso Nero, die er übernahm und zu einem Zentrum wissenschaftlicher und pharmazeutischer Aktivitäten machte.
Anfangs befasste er sich mit Zoologie und Mineralogie, aber die Begegnung mit den deutschen Botanikern aus Regensburg in Triest brachte ihn zur Botanik. Von da an erforschte er intensiv die Pflanzenwelt von Istrien, Friaul, Kvarner, Dalmatien und Krain in Zusammenarbeit mit bekannten europäischen und einheimischen Wissenschaftlern.
Zusammen mit Muzio de Tommasini begleitete er König Friedrich August II. von Sachsen auf seinen Reisen an der östlichen Adriaküste in den Jahren 1838 und 1845. 1825 gründete er den Botanischen Garten von Triest und war einer der Initiatoren der Pharmazeutischen Gesellschaft. Während der Choleraepidemie in den 1840er Jahren beteiligte er sich aktiv am Kampf gegen die Krankheit, die ihm seine Frau und Tochter nahm.
Biasoletto veröffentlichte in renommierten wissenschaftlichen Zeitschriften wie Flora ratisbonensis, Isis und Linnaea. 1841 veröffentlichte er das Buch über die Reise des Königs – Relazione del viaggio fatto nella primavera del 1838... sowie Escursioni botaniche sullo Schneeberg (1846). Obwohl viele Pflanzen vorübergehend seinen Namen trugen (z. B. Trifolium biasoletti, Artemisia biasolettiana), wurden diese Namen nicht offiziell.
Als Anerkennung wurde er in mehrere wissenschaftlichen Gesellschaften aufgenommen, darunter die Botanische Akademie von Regensburg und die Gartenbauakademie in Wien. Seine Forschungen sind eng mit der floristischen - botanischen Literatur des 19. Jahrhunderts verbunden.



 Angelo Cecon (1830–1873) der Wohltäter, dessen Vermögen Dignano ein Krankenhaus und eine Schule brachte,
Unter den vielen bedeutenden Persönlichkeiten, die die Identität von Dignano geprägt haben, nimmt der Name Angelo Cecon einen besonderen Platz ein – nicht aus politischen Gründen oder künstlerischer Anerkennung, sondern wegen seiner edlen Vision, durch die er eine familiäre Katastrophe in ein dauerhaftes Gut für die Gemeinschaft verwandelte.
Angelo Cecon stammte aus einer angesehenen Kaufmannsfamilie, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts aus Karnien nach Vodnjan gezogen war. Dank seines Ansehens und seines Engagements in der Gemeinde wurde er 1867 zum Podestà von Vodnjan gewählt – doch aus unbekannten Gründen lehnte er das Amt ab. Er starb jung, im Alter von 43 Jahren; als Todesursache wurde „Marasmus“ angegeben – ein damals gebräuchlicher Begriff für körperliche Erschöpfung oder Auszehrung.
Drei Jahre zuvor war seine Frau Lucia Teresa verstorben und hatte ihn mit dem kränklichen Sohn Antonio zurückgelassen. In Sorge um die Zukunft seines Erben verfasste Angelo 1873 ein vorausschauendes Testament: Sollte Antonio vor Vollendung des zwanzigsten Lebensjahres und ohne Nachkommen sterben, sollte das gesamte Familienvermögen der Stadt Vodnjan für die Gründung einer landwirtschaftlichen Schule und eines Krankenhauses für Arme und Bedürftige vermacht werden.
Leider ist dieses Szenario wahr geworden. Antonio verstarb im Jahr 1883 im Alter von kaum zwanzig Jahren, und mit seinem Tod trat das Testament seines Vaters in Kraft. Damit begann ein neues Kapitel in der Geschichte von Vodnjan, ein Abschnitt, in dem eine persönliche Tragödie zum Grundstein für das Gemeinwohl wurde und den Weg für eine gemeinsame Zukunft ebnete.
Obwohl die Schule und das Krankenhaus in der Mitte des 20. Jahrhunderts ihren Betrieb einstellen mussten, bleibt der Geist des Wohltäters Angelo Cecon weiterhin lebendig und inspiriert noch heute die Gemeinschaft. In einer Zeit, in der Wert oft an Profit gemessen wird, erinnert seine Geschichte daran, dass der wahre Reichtum darin besteht, in Gemeinschaft zu bleiben und weit über die menschliche Existenz hinauszugehen.